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Solarstrom, der sich mehrfach lohnt

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Madame Energie

Solarstrom, der sich mehrfach lohnt

Monsieur Energie will Verantwortung übernehmen und selbst Solarstrom produzieren. Mit der Offerte wird aus der Idee ein Projekt, und damit stellen sich neue Fragen. Madame Energie hat gute Gründe, dranzubleiben.
15.06.2026, 14:0415.06.2026, 14:04
Sabina Galbiati
Sabina Galbiati
Contentpartnerschaft mit EnergieSchweiz
Dieser Blog ist eine Contentpartnerschaft mit EnergieSchweiz. Die Beiträge werden von der freischaffenden Journalistin Sabina Galbiati verfasst.

Gemeinsam für eine nachhaltige Energiezukunft! EnergieSchweiz setzt sich als Förderprogramm des Bundesamts für Energie mit freiwilligen Massnahmen für den Ausbau erneuerbarer Energien und der Steigerung von Energieeffizienz ein. Mittels Information, Beratung, Aus- und Weiterbildung von Fachkräften sowie Massnahmen zur Qualitätssicherung setzt sich EnergieSchweiz dafür ein, die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen.

Mehr über das Energie-Förderprogramm EnergieSchweiz erfährst du unter www.energieschweiz.ch.

Es handelt sich nicht um bezahlten Inhalt.

Neulich trafen wir uns wieder, mein Ex, der Monsieur Energie aus Studienzeiten, und ich zum Zmittag in Basel. Ihr kennt ihn inzwischen. Ich hatte einen Termin vor Ort und er hatte über Mittag Zeit. Et voilà.

Und wie wir da sitzen im Bistro des Volkshaus, sprechen wir über Familie (bei ihm wird jetzt kürzer geduscht), ChatGPT, wie sich die Weltlage auf die Energiepreise auswirkt und landen schliesslich bei den grossen Fragen zur gesellschaftlichen Verantwortung. Ich erzähle meinem Ex von meinem Ohnmachtsgefühl gegenüber all den Krisen und von meinem Mietshaus: Geheizt wird mit Erdgas und ich kann nicht einmal eine Balkonsolaranlage montieren, weil zu wenig Sonne. Sonst könnte ich wenigstens ein homöopathisches Gefühl von «Ich tue etwas dagegen» empfinden.

Vielleicht ist der Gedanke naiv, aber macht uns nicht jede Solaranlage unabhängiger von Öl und Gas? Und könnten wir hier nicht mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen?

Von wegen Selbstläufer!

Monsieur Energie: Nicht ohne Stolz berichte ich Madame, dass ich endlich eine Offerte für eine Solaranlage auf unser Dach eingeholt habe. Man liest ja überall, das sei ein Selbstläufer: günstiger Strom, Förderbeiträge und das gute Gefühl, die Verantwortung nicht nur bei den anderen zu suchen. Dann kam die Offerte. Und aus der guten Idee wurde auf einmal ein konkretes Projekt, das sorgfältig geplant und durchgerechnet werden will. Ich gebe Madame Energie zwar recht: Wir müssen als Gesellschaft Verantwortung übernehmen. Doch genauso stellt sich die Frage, wie sich diese private Investition sinnvoll aufziehen lässt.

Die Sache mit der Amortisation

«Hoppla, so kenn ich ihn ja gar nicht – mit diesem business-mässigen Kalkül.»
Madame Energie

Hoppla, so kenn ich ihn ja gar nicht – mit diesem businessmässigen Kalkül. Ich kann den Monsieur aber verstehen. Das Geld für die Anlage muss man erstmal haben. Und doch ploppen bei mir so viele Fragen auf! Hast du ausgerechnet, wie viel Geld ihr als Familie dank Eigenverbrauch und Einspeisevergütung jedes Jahr spart oder gar verdienen könnt? Diese Dinger halten ja über 25 Jahre. Hast du bedacht, dass euch die Solaranlage unabhängiger von schwankenden Energiepreisen macht? Inzwischen gäbe es ja auch günstige Batteriespeicher? Hast du Förderbeiträge und Steuerabzüge berücksichtigt?

Monsieur Energie: Spätestens an der Art, wie Madame das Wort Förderbeiträge betont, wird klar, dass sie meine Skepsis nur begrenzt nachvollziehen kann. Nur bezahlt die Förderung eben nicht die Anlage, sondern bloss einen Teil davon. Der Rest wird trotzdem jetzt fällig und verteilt sich nicht einfach irgendwo gemütlich über 25 Jahre.

Lässt sich nicht doch mit Sonne Geld verdienen?

Monsieur Energie: Andererseits ist der Gedanke schon reizvoll, künftig weniger Stromkosten zu haben und vielleicht sogar noch etwas am eigenen Solarstrom zu verdienen. Inzwischen kann man ihn ja teilweise sogar in der Nachbarschaft verkaufen. Ob die Familie nebenan da wohl mitmachen würde? Wobei: Meine Nachbarin erzählte mir erst kürzlich, sie finde Solaranlagen auf Hausdächern einfach hässlich. In ihren letzten Ferien in Spanien hätten diese blauschimmernden Module das historische Ortsbild ruiniert.

Ach, der liebe Geschmack …

Über Geschmack und Ortsbild lässt sich vortrefflich streiten, aber hier in der Schweiz habe ich seit gefühlt zehn Jahren keine solchen Anlagen mehr gesehen. Mit den heutigen All-Black-Modulen ist das einfach kein Thema mehr. Und Solarstrom vom Haus nebenan? Also ich würde ihn sofort kaufen! Und mit Sicherheit gibt es viele Mieterinnen und Mieter, die ebenfalls gerne Solarstrom aus der Nachbarschaft kaufen würden. Monsieur nennt sie lokale Elektrizitätsgemeinschaften, kurz LEG. Die Idee tönt superspannend.

Wenn auch die Nachbarschaft profitiert

Monsieur Energie: Nun hat sie mich genau da, wo sie mich vermutlich haben wollte. Die Vorteile solcher LEG sind mir natürlich nicht neu. Bereits halte ich einen kleinen begeisterten Vortrag, und vor meinem inneren Auge sehe ich unser Dach schon uns und gleich noch einen Teil der Nachbarschaft mit Solarstrom versorgen. Für die Leute rundherum wäre der Strom etwas günstiger als jener aus dem Netz, und für mich würde er mehr einbringen als die blosse Einspeisevergütung.

Auf einmal wird mir klar: Das könnte sich tatsächlich klug aufziehen lassen. Und fast noch wichtiger: Es ergibt über den eigenen Haushalt hinaus einen Sinn.

Ich nehme mir jedenfalls vor, mit meiner Frau zu reden. Wahrscheinlich lohnt es sich, die Zahlen nochmals genauer anzuschauen.

Welche Erfahrungen habt ihr mit eurer Solaranlage gemacht und ist jemand von euch da draussen bereits in einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft?

Sabina Galbiati

Über die Autorin

Sabina Galbiati ...
... ist freie Journalistin, Bloggerin und Autorin. Am liebsten schreibt sie Geschichten über inspirierende Menschen und über die simplen Dinge, die uns im alltäglichen Leben bewegen. Als Die Nachhalterin hat sie auf watson.ch bereits über Klima- und Umweltschutz im Alltag gebloggt. Als Madame Energie widmet sie sich nun dem Energiesparen innerhalb und ausserhalb ihrer vier Wände und berichtet von den ganz alltäglichen Herausforderungen und Diskussionen, die sie dabei erlebt. Wie immer tut sie das mit einer Prise Humor.

Jean-Luc Perret …

... ist Texter und Kommunikations-Allrounder in einer kleinen Basler Agentur mit Schwerpunkt auf naturwissenschaftlichen und energiebezogenen Themen. Für «watson.ch» schreibt er als Monsieur Energie über einen energiebewussten Familienvater, der zwischen Anspruch und Alltag navigiert und dabei auch einmal vom Kurs abkommt. Eine Rolle, die ihm aus dem realen Leben nicht unbekannt ist.
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